Beim Grillen müssen Sie selbst auf die Sicherheit ihrer Kinder achten.

Mit der jetzt einsetzenden warmen Jahreszeit beginnt sie wieder: die Grillsaison. Vielerorts werden die Grillgeräte sorgfältig überprüft und in Gärten oder auf dem Balkon einsatzfähig in Stellung gebracht. Es ist ja auch eine tolle Sache, so eine Grillparty mit Freunden und der Familie. Selbstverständlich gehören bei den Vorbereitungen und dem Fest die Kinder dazu. Wer möchte auch den Kids die Freude an dieser Action verderben. Sie sind es doch immer wieder, die mit großem Interesse und neugierig die Aktionen des Vaters am Grill aus nächster Nähe in Augenschein nehmen. Wie gesagt: es ist eine tolle Sache.

Leider endet für manche Kinder eine solche Grillparty mitunter äußerst fatal. Sie müssen mit schweren Verbrennungen in Spezialkliniken eingeliefert werden und haben manchmal ein Leben lang die Folgen eines unachtsamen Vorgehens beim Grillen zu tragen. Von den Unfällen mit tödlichem Ausgang ganz zu schweigen. Oft sind es dabei die Erwachsenen, die durch ihr fahrlässiges Verhalten beim Grillen die anwesenden Kinder gefährden.

Wir wollen hier nicht auf physikalische oder chemische Vorgänge näher eingehen, die bei einem Grillfeuer zu beobachten sind. Es gibt eine Vielfalt von schnellen Verbrennungsvorgängen, die man unter dem Oberbegriff Explosionen zusammenfassend beschreiben könnte.

Auf einen dieser physikalischen Vorgänge wollen wir aber doch etwas näher aufmerksam machen. Wenn brennbare Gase, gemischt mit Luft, durch eine Flamme gezündet werden, spricht man schon bei einer geringen Ausbreitungsgeschwindigkeit dieser Gase von Verpuffung. Dieser harmlos klingende Name täuscht manchen darüber hinweg, daß es sich hierbei um einen durchaus gefährlichen Vorgang handeln kann. Immerhin erreichen dabei die verbrannten Gase, je nach Mischungsgrad des verwendeten Brennstoffes mit Luft, Temperaturen zwischen 1000°C und 1800°C. Wenn man sich diese grob beschriebenen Eigenschaften verpuffender Gasgemische vor Augen hält, kann man sich ein ungefähres Bild von den Gefahren machen, die bei solchen Vorgängen auftreten.

Ein leider häufig vorkommender Fall besonderer Gefährdung ist der Versuch, nicht gut brennende Holzkohlen in einem Grill durch Zugabe von sogenannten Brandbeschleunigern wie Spiritus, Alkohol oder Benzin zu besserem Brennen zu veranlassen. Dabei sollte man wissen, daß die Menge an Brennstoff, die im ungünstigsten Fall eine gefährliche Verpuffung verursachen könnte, sehr gering ist. Eine Gaswolke von etwa 10 Liter braucht für das Gemisch an der unteren Verpuffungsgrenze lediglich etwa 0.67 g an Alkohol - eine Menge, die in einen Fingerhut paßt!

Der beste Weg, ein schlecht brennendes Grillfeuer anzufachen, ist es, sich mit Geduld zu wappnen und mit einem Fächer oder Blasebalg das Durchbrennen der Holzkohle zu beschleunigen. In ganz hartnäckigen Fällen hilft eigentlich nur noch, wenn Sie das schwache Feuer löschen und den Holzkohlebrand erneut, mit entsprechend verteilten Grillkohleanzündern, in Gang setzen.

Gießen Sie niemals flüssige Brandbeschleuniger (Brennspiritus, Alkohol, Benzin u.ä.) auf zu langsam brennende Feuerstellen!!! Es kommt nämlich dabei leicht zu Verpuffungen mit oft schlimmen Folgen, von denen sehr oft Kinder betroffen sind!!!

Ca. 40% aller thermischen Unfälle (also Verbrennungen, Verbrühungen, Stromunfälle mit Verbrennungen u.ä.) ereignen sich im Kindesalter. Besonders betroffen sind Kleinkinder im Alter zwischen 1 und 4 Jahren. Diese Kinder erleiden insbesondere Verletzungen durch Verbrühungen (ca. 75% der Fälle in dieser Altersgruppe). In sehr vielen Fällen (etwa 85%) waren bei den Unfällen die Eltern oder andere Erwachsene in der Nähe. Allein diese Tatsache bestätigt die Notwendigkeit, hier immer wieder auf die Sorglosigkeit vieler Erwachsener hinzuweisen. Wenn erst einmal etwas passiert ist, ist es meist zu spät und die Folgen sind unabsehbar.

Denken Sie nie: Ich passe ja auf, mir kann das nicht passieren!! Denn niemand ist vor diesen Unfällen geschützt!!

So können Sie Ihr Kind allgemein vor Brandgefahren schützen:

Sichern Sie die Gefahrenquellen, besonders wenn Ihr Kind noch klein ist. Üben Sie mit Ihren Kindern das Anzünden, Ausblasen und Löschen von Streichhölzern, Kerzen usw. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Verbote reizen. Erklären und Üben ist der bessere Schutz. Nehmen Sie Ihrem Kind die Angst vor Strafe wenn es gezündelt hat. Viele Kinder fürchten sich mehr vor der Strafe als vor dem Feuer. Erklären Sie Ihrem Kind, daß bei Bränden Flucht das einzig Richtige ist. Kinder neigen dazu sich zu verstecken, oder das Lieblingsspielzeug zu retten. Zeigen und üben Sie mögliche Fluchtwege. Rauch ist mindestens genau so gefährlich wie Feuer. Erklären Sie Ihrem Kind, daß es am Boden kriechend einen brennenden Raum verlassen soll, weil es am Boden besser atmen kann. Üben Sie mit Ihrem Kind, wie es die Feuerwehr alarmieren kann. Telefon 112. Wer ruft an? Wo brennt es? Was ist passiert?

So leisten Sie Erste Hilfe:

 

• Brennende Personen auf dem Boden wälzen und mit Decken oder Wasser ablöschen.

• Jede Verbrennung oder Verbrühung mit Wasser mindestens 15 Minuten kühlen.

• Auch bis zu einer Stunde nach dem Unfall ist eine Kühlung mit Wasser noch sinnvoll.

• Nie Mehl, Öl, Zahnpasta o.ä. auf Brandwunden geben.

• Immer einen Notarzt rufen. Telefon 112!!

Einige Verhaltensregeln, damit die sommerliche Grillparty ein vergnügtes Fest bleibt.

 

Grillgeräte, sind aus dem Leben der Eigenheim- und Gartenbesitzer nicht mehr wegzudenken. Auch auf Campingplätzen und beim Wochenendausflug zählt der Holzkohle-Grill im Sommer zum Inventar. Damit die sommerliche Grillparty ein vergnügtes Fest bleibt und nicht zu einem Brandunfall gerät, sind folgende wichtige Regeln zu beachten:

  • Den Grill immer auf einen festen Untergrund stellen!
  • Auf einen sicheren Abstand zu brennbaren Materialien achten!
  • Die Grillstelle niemals in einer Holzgartenlaube, in einem Zelt, auf Holzfußböden, im Wald oder Waldnähe, in geschlossenen Räumen oder auf dem Balkon errichten.
  • Den Grill nie unbeaufsichtigt lassen!
  • Achten Sie besonders darauf, dass keine Kinder im Grillbereich spielen.
  • Das Anzünden der Holzkohle erfordert Zeit und Geduld, entzünden Sie Holzkohle niemals mit Benzin oder Spiritus. Beide Flüssigkeiten verdampfen in der Sommerhitze sehr schnell, bilden eine Dampfwolke, die beim Entzünden verpuffungsartig abbrennt. Dabei können sich umstehende Personen schwerste Brandverletzungen zuziehen.
  • Brennbare Flüssigkeiten z.B. Spiritus nie in glühende oder brennende Grillkohle schütten Besonders gefährlich ist es brennbare Flüssigkeiten aus einer Flasche in den Grill zu spritzen. Es besteht die Gefahr der Rückzündung, da in der Flasche sich immer etwas Flüssigkeitsdampf befindet. Dieser dehnt sich dann schlagartig aus und verspritzt die gesamte brennbare Flüssigkeit über den Grill, ein 5 - 10 Meter langer Flammenstrahl kann die Folge sein.
  • Mit Grillhandschuh oder langer Grillzange arbeiten
  • Achten Sie darauf, dass Sie möglichst keine Kunstfasertextilien beim Grillen tragen.
  • Bei der Verwendung eines Gasgrills prüfen Sie vorher, ob die Anschlüsse dicht sind. Der Verbindungsschlauch und die Gasflasche darf bei Grillen nicht der Hitze ausgesetzt werden.
  • Grillen Sie möglichst nicht bei starkem Wind. Es besteht die Gefahr, dass Glut verweht wird oder ein Gasgrill erlischt und Gas weiterhin unkontrolliert austritt.
  • Abtropfendes Fett kann sich entzünden, deshalb Fettauffangschalen aus nichtbrennbarem Material verwenden.
  • Sich entzündendes Fett nie mit Wasser bekämpfen.
  • Fettbrände (brennender Grill) mit einer Löschdecke ersticken oder mit einem Pulverfeuerlöscher bekämpfen.

Sollte es zu Brandverletzungen kommen, kühlen Sie diese sofort über einen längeren Zeitraum mit kaltem Wasser (kein Eiswasser!) und rufen Sie Hilfe.

Bei Kindern und Erwachsenen gilt: Eine Brandverletzung ist ein Fall für den Notarzt.

Decken Sie die Wunde nach der Kühlung möglichst keimfrei ab. Verwenden Sie jedoch niemals Haushaltsmittel wie Mehl oder Ähnliches.

Entsorgen Sie Grillkohle und Asche erst, wenn diese völlig erkaltet ist

Füllen Sie diese nie in Kartons oder andere brennbare Behälter.

Besondere Vorsichtig, wenn Kinder beim Grillen dabei sind!

Denn Kinder sind neugierig. Feuer ist für sie etwas ganz Besonderes: Es raucht, es zischt, da tut sich was! Doch leider kommt es immer wieder vor, dass Kinder beim Grillen schwer verletzt werden.

Die Gründe

Kinder können die Gefahr nicht einschätzen. Erwachsene sind häufig unachtsam. Sie konzentrieren sich auf das Feuer und vergessen dabei, auf die Kinder aufzupassen.

Erwachsene verwenden oft gefährliche Hilfsmittel zum entfachen des Feuers (z. B. Benzin, Petroleum oder Spiritus).

Im Gebrauch von brennbaren Flüssigkeiten liegt jedoch die häufigste Ursache schwerer Unfälle beim Grillen. Es werden Dämpfe frei, die sich durch die Hitze und das Feuer explosionsartig entzünden und eine Stichflamme erzeugen. Diese ergreift nur zu oft die Kinder, die in der Nähe des Grillfeuers stehen. Es kommt zu schwersten, lebensgefährlichen Verbrennungen. Werden diese überstanden, bleiben lebenslang Narben zurück.

Deswegen

Äußerste Vorsicht beim Grillen.

Immer die Kinder im Blickfeld haben.

Nur ungefährliche Grillanzünder benutzen, die es überall zu kaufen gibt!

Frühzeitig die Kinder über die Gefahren beim Grillen aufklären und ihnen durch gutes Beispiel zeigen, wie man richtig mit dem Grillfeuer umgeht.

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